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Ein Gastbeitrag von sic – Seit heute ist die neue Opera-Version als Stable Release erhältlich. Opera setzt nun auf die selbe Render-Engine wie Googles Chrome, und auch sonst gab es viele Änderungen. Eines vorweg: Seit der Beta-Version (als Opera Next bezeichnet) wurden keine gravierenden Änderungen vorgenommen. Das hat zur Folge, dass Opera zahlreiche Features eingebüßt hat – ironischer Weise hat sich die Größe des Downloads hingegen verdoppelt. Immerhin ist die Feature-Liste aber auch um eine handvoll neue Vertreter reicher geworden.

 

Für alteingesessene Opera-Nutzer dürfte das aber nur ein schwacher Trost sein: Der Email-Client wurde entkoppelt, die Entwicklungssuite Opera Dragonfly fehlt bis dato aber noch ganz. Eigene Skins werden nicht unterstützt, die Toolbar lässt sich nicht anpassen, der IRC-Client fehlt, die integrierte Proxy-Unterstützung ebenso wie der Button zum Aufruf geschlossener Tabs.

 

Demgegenüber stehen nur wenige Neuerungen, die eher in die Richtung „Nice to have“ statt wirklich nützlich gehen. So gibt es nun den Stash, in dem sich Websites sammeln und für späteres Lesen aufbewahren lassen – temporäre Favoriten sozusagen und so ähnlich von Safari bekannt. Die Discover-Funktion lässt sich am ehesten als ein Googles News in durchaus ansprechendem Look beschreiben. Aktuelle News werden, meist mit Bildern bestückt, in einer Übersicht angezeigt. Doch anders als Googles Pendant fehlt eine inhaltliche Kategorisierung: Über Sabine Lisickis Wimbledon-Einzug wird man gleich mehrfach informiert.

 

Opera 15 - Die neue Version!

Opera – Konnte sich bislang nicht wirklich gegen die Konkurrenten aus dem Hause Google und Mozilla durchsetzen. Erfolgt jetzt die Wende?

 

Im Detail hat sich so viel getan wie wohl bei keinem anderen Versionssprung in der Opera-Geschichte. Insofern verständlich, dass die neue Ausgabe gleich mehrere Versionsnummern überspringt. Vieles ist dabei aber nicht wirklich neu. So wurden Adress- und Suchbar nun wie von anderen Browsern bekannt zusammengelegt, doch das ließ sich auch vorher schon entsprechend konfigurieren. Hier wird ein weiteres Problem deutlich: Es fehlt an Anpassungsmöglichkeiten. Was früher optional war, ist nun verpflichtend. Der Befehl „opera:config“ leitet kurzerhand auf das konventionelle Einstellungsfenster weiter und bietet somit keine Möglichkeit mehr, die Config zu bearbeiten.

 

 

Opera 15 ist notwendig, das mag wohl kaum einer bezweifeln. Gute und sinnvollen Ideen können aber nicht kaschieren, dass der Stable Release wie eine Alpha-Version wirkt. Zu überdeutlich macht sich das Fehlen gleich dutzender Funktionen bemerkbar. Opera 15 wirkt wie ein Produkt, das primär auf Neukunden zugeschnitten wurde, Stammkunden dabei aber völlig ignoriert. Einerseits ist das ärgerlich, andererseits: Wenn Opera dadurch wirklich im großen Stil neue Nutzer für sich begeistern kann, ist es das zweifellos wert bei einen Marktanteil von unter zwei Prozent. Außerdem darf davon ausgegangen werden, dass Fehlendes nachgereicht wird. Für Opera Dragonfly steht das bereits fest.

 

 

Ich werde vorerst noch nicht umsteigen. Als Webentwickler lässt mir das Fehlen von Dragonfly keine Wahl. Das ist schade, denn eigentlich erleichtert gerade mir der Umstieg auf die Blink-Engine meine Arbeit. Opera wird unweigerlich gezwungen sein, in der nächsten Version Funktionen nachzurüsten und ich hoffe, dann den Großen Sprung nach vorn ebenfalls wagen zu können. Bis dahin bleibe ich Presto noch treu.

 

 

 

 

 

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